08 Volkswirtschaft

Volkswirtschaft
Foto: Salvatore Vinci

Der Finanzplatz im digitalen Zeitalter

Der Kanton hat im Berichtsjahr die Studie «Digitalisierung und Industrialisierung am Finanzplatz Zürich» veröffentlicht. Zürich gehört nach wie vor zur Topliga der internationalen Finanzplätze, doch auch am Finanzplatz Zürich setzt sich der Strukturwandel fort. Anpassungen an verschärfte regulatorische Anforderungen und verhaltene Renditeaussichten führen dazu, dass die Branche nur wenige Wachstumsimpulse vorweisen kann. Dennoch bleibt der Finanzsektor ein wichtiger Arbeitgeber, Ausbildner, Steuerzahler und Kulturförderer. Wirtschaftlichen Herausforderungen stehen Chancen in Form von Innovationen, Qualitätsverbesserungen sowie in der fortschreitenden Digitalisierung gegenüber. Die daraus entstehenden Produktivitätsgewinne machen unseren Finanzplatz fit für die Zukunft. Im Fintech-Bereich ist Zürich mit den hervorragenden Hochschulen und den Kompetenzen in ICT und Finance bestens gerüstet, um im Wettbewerb um die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen international zu glänzen und Entwicklungen wie die Blockchain-Technologie entscheidend mitzuprägen.

Zürcher Wirtschaft auf dem Weg der Erholung

Das wirtschaftliche Umfeld hat sich im vergangenen Jahr für die Schweiz und für den Kanton Zürich verbessert. Der Schweizer Franken schwächte sich wieder auf das Niveau von Anfang 2015 ab, worauf die einzelnen Branchen unterschiedlich reagierten. Am deutlichsten erholte sich der Grosshandel, aber auch in der Industrie haben die Aufträge insgesamt wieder zugenommen. Erholt hat sich auch das Gastgewerbe dank des günstigeren Frankens und wieder zahlungskräftigen Gästen aus dem nahen Ausland, die Erholung ist allerdings noch sehr bescheiden. Von der verbesserten Währungssituation wird insbesondere auch die Hotellerie profitieren. Die Arbeitslosigkeit sank im Berichtsjahr um insgesamt 2168 Personen. Dieser Rückgang ist unter anderem auf die bessere Beschäftigungssituation im zweiten Sektor zurückzuführen. Während die meisten Wirtschaftszweige einen Rückgang der Arbeitslosigkeit registrierten, stieg sie in den Branchen Banken, Verkehr und Transport leicht an. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank im Kanton im Berichtsjahr von 3,7 Prozent auf 3,5 Prozent.

Mentoring: Via Networking zur neuen Stelle

Ältere und hochqualifizierte Arbeitslose sind in den letzten zehn Jahren vermehrt in den Fokus gerückt. Ihr Anteil an der Erwerbsbevölkerung hat markant zugenommen und ebenso ihr Anteil an den Arbeitslosen. Diese Entwicklung und auch die Tatsache, dass gemäss einer Studie der Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau, Zug und Zürich (AMOSA) im schweizerischen Durchschnitt 70 Prozent und im Kanton Zürich 56 Prozent der Stellen auf dem verdeckten Arbeitsmarkt besetzt wurden, rufen nach neuen Ansätzen in der Stellenvermittlung. Studien zeigen, dass eine verstärkte Aktivierung privater und beruflicher Netzwerke die Stellensuche für die älteren und hochqualifizierten Arbeitslosen besonders erleichtert und verkürzt. Seit 2015 bieten die RAV des Kantons Zürich ein vom Kanton entwickeltes Mentoring-Programm an. Führungspersonen und Fachleute mit gutem beruflichem Netzwerk unterstützen ältere und hochqualifizierte Arbeitskräfte durch ihr eigenes berufliches Netzwerk bei der Stellensuche. Die Initiative stösst auf sehr gute Resonanz: Seit Beginn des Mentoring-Programms waren insgesamt 420 Personen unentgeltlich als Mentorin oder Mentor tätig und betreuten rund 1040 Stellensuchende.

AgroVet-Strickhof eröffnet

AgroVet-Strickhof ist eine Kooperation von ETH Zürich, Universität Zürich und Kanton Zürich. Ziel ist die Positionierung als nationales und internationales Kompetenzzentrum in Bildung und Forschung. AgroVet-Strickhof umfasst unter anderem ein Nutztierzentrum mit Milchvieh- und Mastställen sowie einem Nutztierstall für die Ausbildung der Studierenden der Veterinärmedizin. Die ETH hat ein Stoffwechselzentrum realisiert, worin sie mit der Universität Zürich Forschung im Bereich der effizienten und emissionsarmen Nutztierhaltung betreiben wird. Die ganze Wertschöpfungskette wird nach dem gesamtheitlichen Ansatz «From Feed to Food» betrachtet, das heisst von der Futtererzeugung über die Fütterung bis zur Gewinnung von Lebensmitteln. AgroVet-Strickhof wurde nach zehnjähriger Planung und zweijähriger Bauzeit Anfang September des Berichtsjahres in Lindau eröffnet. Rund 400 geladene Gäste waren an der Eröffnungsfeier anwesend. An den zwei folgenden Tagen standen sämtliche Anlagen der Öffentlichkeit zur Besichtigung offen.

Weitere Legislaturziele

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