10 Allgemeine Verwaltung

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Foto: Alessandro Della Bella

Jubiläumsfeier «100 Jahren Proporzwahlrecht»

1917 erlebte der Kanton Zürich eine eigentliche demokratische Revolution. Die Einführung des Proporzwahlrechts vor hundert Jahren führte zu einer repräsentativen Vertretung der politischen Kräfte im Kantonsrat und sicherte den Minderheiten einen Zugang zum Parlament.

Diesen demokratiepolitischen Meilenstein feierte der Kanton im Juli in Winterthur. Die ehemalige Industriehalle «Halle 53» auf dem Sulzer-Areal verwandelte sich für einen Tag in ein Zentrum der gelebten Demokratie. Im Rahmen des Festakts fand auch eine Sitzung des Kantonsrates für ein breites Publikum statt, inklusive einer – üblicherweise nicht öffentlichen – Kommissionssitzung der Kommission für Staat und Gemeinden (StGK).

Kantonale Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)

Der Regierungsrat hat im Januar die Finanzdirektion mit der Schaffung der Grundlagen für die künftige kantonale Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) beauftragt.

Im Verlauf der Projektarbeiten hat sich gezeigt, dass zur Erarbeitung der Grundlagen für die künftige kantonale IKT (Strategie und Organisation) vordringliche Weichenstellungen notwendig sind, die nicht auf Projektebene getroffen werden können. Der Regierungsrat hat deshalb Ende August für die weiteren Projekt-arbeiten die strategischen Eckpfeiler für die Ausgestaltung der neuen kantonalen IKT beschlossen: Die Leistungen der IKT-Grundversorgung (IT-Arbeitsplatz, Support, Betrieb Server, Netzwerk usw.) werden durch das auf den 1. Januar 2018 in der Finanzdirektion neu gebildete Amt für Informatik verantwortet. Die Verantwortung für Fachapplikationen bleibt bei den Direktionen und der Staatskanzlei. Zudem wird der Kanton für intern betriebene Services nur noch über zwei Standorte in einem Rechenzentrumsverbund verfügen. Bedingt durch eine breite Variantendiskussion sind die Verabschiedung der IKT-Strategie und die Regelung der IKT-Organisation im Frühjahr 2018 geplant.

Compliance und Korruptionsvorbeugung

Der Regierungsrat hat im Berichtsjahr einheitliche Regeln zur Vorbeugung von unethischem Verhalten erlassen. Dabei handelt es sich um einen Verhaltenskodex mit direkt anwendbaren Standards für alle Mitarbeitenden in den Direktionen, der Staatskanzlei, der Bezirksverwaltung und den unselbstständigen Anstalten. Der Verhaltenskodex legt verbindlich fest, was der Regierungsrat unter verantwortungsbewusster Arbeit versteht: «Wer nach gesundem Menschenverstand handelt, hinschaut statt wegschaut, Fragen stellt und Bedenken äussert, handelt richtig.» Ziel ist es, eine Kultur der Aufmerksamkeit und des offenen Gesprächs zu fördern. Der Regierungsrat macht klar, dass es einem Vertrauensbruch gleichkommt, wenn Mitarbeitende einen persönlichen Vorteil aus ihrer beruflichen Stellung zu ziehen versuchen, der ihnen nicht zusteht. Die neuen Regeln betreffen insbesondere Selbstkontrolle, Schutz der Unabhängigkeit, Geschenke, Einladungen und Verdachtsmeldungen.

Personalpolitische Schwerpunkte 2016–2019

Diese umfassen drei Massnahmen:

  • HR 2020: Im Berichtsjahr wurde die geplante Bestandesaufnahme durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden Interviews mit den HR-Bereichen der Direktionen und einzelnen Verwaltungseinheiten durchgeführt.
  • Stellenplan: Das Projektteam hat die aktuelle Rechtslage geprüft und Vorbereitungen für die 2018 vorzunehmenden Vergleiche mit den Regelungen anderer öffentlicher Verwaltungen und privatwirtschaftlicher Unternehmen getroffen.
  • Kompetenzmodell 2020: Die Grundzüge der Projektorganisation sind bereits festgelegt und geeignete Projektmitglieder identifiziert worden, das Projekt startet im ersten Quartal 2018.

Die Projekte verlaufen nach Plan. Die Projektteams arbeiten direktions- und ämterübergreifend konstruktiv und zielorientiert. Resultate werden dem Regierungsrat voraussichtlich 2018 zum Entscheid vorgelegt.

HR-IT-Weiterentwicklung

Im Berichtsjahr wurden schwergewichtig die Projekte E-Dossier, einheitliches Organisationsmanagement und HR-Informationsportal vorangetrieben.

Das Projektteam erarbeitete ein Konzept für E-Dossier im Kanton, beruhend auf der Lösung der Kantonspolizei. Deren Erfahrungen wurden ausgewertet und mit den Bedürfnissen der neu dazukommenden Direktionen ergänzt. Es konnten verschiedene Optimierungen identifiziert und die entsprechenden Zusatzentwicklungen realisiert werden. Weiter wurden die Ausschreibung für das «Initialscanning» der papierenen Dossiers durchgeführt und die Einführung des E-Dossiers in den Abteilungen HR FD und CC Payroll des Personalamtes als Piloteinheiten vorbereitet.

Im Projekt einheitliches Organisationsmanagement (OM) wurde eine Weisung für die einheitliche Führung des OM im SAP HCM erarbeitet. Auch für das HR-Informationsportal, das den Vorgesetzten die direkte Einsichtnahme ins E-Dossier ihrer Mitarbeitenden ermöglichen wird, wurde mit der Umsetzung begonnen.

eBaugesucheZH

Mit dem Projekt eBaugesucheZH können Bauherren künftig ihre Baugesuchsunterlagen digital über ein Internetportal einreichen. Im Berichtsjahr wurde in einem Submissionsverfahren der Umsetzungspartner bestimmt und damit die Konzeptphase abgeschlossen. Parallel zur laufenden Realisierung wurde ein Erklärvideo erarbeitet und publiziert.

Immobilienstrategie

Der Regierungsrat hat im September des Berichtsjahres erstmals eine Immobilienstrategie für den Kanton festgesetzt. Sie wurde unter Einbezug aller Direktionen und der Staatskanzlei erarbeitet. Die Immobilienstrategie definiert die strategische Ausrichtung des kantonalen Immobilienportfolios und dient dessen Steuerbarkeit. Sie sorgt für Transparenz und Kontinuität bei grundsätzlichen Entscheiden im Immobilienmanagement und sichert einen nachhaltigen Umgang mit den kantonalen Immobilien.

Public Corporate Governance

Die Richtlinien der Public Corporate Governance (PCG) bildeten im Berichtsjahr eine wichtige Grundlage für zahlreiche Geschäfte des Regierungsrates:

  • Die Staatskanzlei hat die Berichterstattungen der wesentlichen Beteiligungen und den Stand bei den Eigentümerstrategien auf Konformität mit den PCG-Richtlinien geprüft und den Handlungsbedarf dem Regierungsrat unterbreitet.
  • Die Vorarbeiten der Direktion der Justiz und des Innern zur Umsetzung der PCG-Richtlinien bezüglich der Zusammenarbeit mit der Opernhaus Zürich AG erfolgen termingerecht.
  • Die Sicherheitsdirektion erstattete den jährlichen Bericht über die Erfüllung der Aufgaben und Ziele sowie der Finanzen und Risiken der Gebäudeversicherung. 
  • Die Finanzdirektion hat Konzepte für die Berichterstattung über das Eigner-Controlling und die Grossrisiken mit niedriger Eintretenswahrscheinlichkeit erstellt.
  • Die Volkswirtschaftsdirektion hat im Flughafenbericht 2016 erstmals aus Investorensicht über die Beteiligung an der Flughafen Zürich AG Bericht erstattet.
  • Auf Antrag der Gesundheitsdirektion hat der Regierungsrat die Eigentümerstrategien für das Universitätsspital Zürich (USZ), das Kantonsspital Winterthur (KSW), die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK) und die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland (ipw) festgesetzt (siehe Seite 11).
  • Auf Antrag der Bildungsdirektion hat der Regierungsrat den Verzicht einer Eigentümerstrategie für die Zürcher Hochschulen beschlossen. 
  • Die Eigentümerstrategien aus dem Strombereich wurden bereits 2016 beschlossen.

Weitere Legislaturziele

Einen vollständigen Überblick über den Stand der weiteren Legislaturziele des Regierungsrates in diesem Politikbereich entnehmen Sie dem PDF im Download-Bereich.