02 Bildung

In Uetikon a.S. ensteht erstmals seit 40 Jahren eine neue Kantonsschule, vorerst als Provisorium.
Foto: Bildungsdirektion

Zürcher Lehrplan 21 erlassen

Im März des Berichtsjahres hat der Bildungsrat den Lehrplan für die Volksschule des Kantons Zürich auf der Grundlage des Lehrplans 21 erlassen. Mit dem Zürcher Lehrplan 21 setzt der Bildungsrat den Auftrag der Bundesverfassung um, die Ziele der Volksschule zu harmonisieren. Im neuen Lehrplan ist festgelegt, welches Wissen und Können die Schülerinnen und Schüler in der Volksschule erwerben sollen.

Gleichzeitig hat der Bildungsrat die neue Lektionentafel unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Vernehmlassung beschlossen. Mit der Lektionentafel liegt eine Lösung vor, die bei den Partnerinnen und Partnern im Schulfeld breit akzeptiert ist

Stärkung der Universitären Medizin

Im Berichtsjahr wurde die Medizin an der Universität Zürich (UZH) in verschiedenen Bereichen gestärkt. Mit dem Projekt Universitäre Medizin Zürich (UMZH) wurde die Medizin im Verbund der zuständigen Direktionen organisatorisch weiterentwickelt, unter anderem durch die Einführung einer Direktionsstelle. Diese Stelle wurde ausgeschrieben und soll im Sommer 2018 besetzt werden.

Zudem wurden mehr Studienplätze für die Humanmedizin geschaffen. Zur Erhöhung der Kapazitäten im Studiengang hat die UZH unter Beteiligung der universitären Spitäler Zürich, der ETH Zürich, der Universitäten St. Gallen, Luzern und Tessin sowie weiterer Lehr- und Partnerspitäler das Netzwerk Humanmedizin gebildet. Im März des Berichtsjahres hat der Regierungsrat diesem Vorhaben zugestimmt. Damit wurde die Aufnahmekapazität für den Studiengang Humanmedizin an der UZH ab Studienjahr 2017/2018 im Bachelor definitiv um 72 Plätze und ab Studienjahr 2020/2021 im Master um 65 Plätze erhöht.

Im Rahmen des Gebietsmanagements Hochschulgebiet Zürich Zentrum wird das Areal Gloriarank/Häldeliweg für die klinische Forschung ausgebaut. Im Herbst wurde an der Gloriastrasse das Provisorium für das Institut für Medizinische Mikrobiologie (IMM) eröffnet.

Genügend Schulraum schaffen

Der Kanton hat die Strategie «Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II» im Berichtsjahr planmässig weitergeführt. Mit der Raumstrategie soll längerfristig genügend Schulraum geschaffen werden, um die steigende Zahl der Schülerinnen und Schüler aufzufangen.

Für die Region Winterthur und Umgebung wurde die Grundlage für den künftigen Ausbau für die Mittelschulen und die Berufsfachschulen gelegt. In Urdorf wurde die Erweiterung der Kantonsschule geplant, nachdem der Architekturwettbewerb abgeschlossen wurde. Für die Berufsbildungsmeile im Kreis 5 in der Stadt Zürich wurde der Projektwettbewerb für die Baugewerb-liche Berufsfachschule ausgeschrieben. Nach dem Beschluss des Kantonsrates zur Errichtung von neuem Schulraum im Scheller-Areal Wetzikon konnte mit dessen Umsetzung begonnen werden. In Uetikon a. S. sind die Bauarbeiten für das Mittelschulprovisorium angelaufen. Der Regierungsrat hat dem Kaufvertrag zum AuPark zugestimmt (unter dem Vorbehalt, dass der Kantonsrat den Gestaltungsplan genehmigt und der Gründung der Mittelschule zustimmt) und damit grünes Licht gegeben für die geplante Mittelschule am linken Seeufer in Wädenswil.

Kinder- und Jugendheimgesetz angepasst

Nachdem das Bundesgericht in einem Urteil von 2016 zum Schluss gekommen ist, Eltern seien gestützt auf das bisherige Jugendheimgesetz nicht zur Mitfinanzierung der Unterbringung ihrer Kinder in Kinder- und Jugendheimen verpflichtet, hat der Kantonsrat im Januar des Berichtsjahres eine Änderung des ­Jugendheimgesetzes beschlossen. Diese sieht vor, dass bei Platzierungen in beitragsberechtigten Kinder- und Jugendheimen die Eltern lediglich für die Versorgertaxe, die von der Bildungsdirektion festgelegt wird, aufkommen müssen. Die übrigen Kosten übernimmt der Kanton. Sind die Eltern wirtschaftlich nicht in der Lage, die Versorgertaxe zu bezahlen, hat die sozialhilferechtlich zuständige Gemeinde diese Kosten zu übernehmen.

Gegen diese Gesetzesänderung erhoben 67 Gemeinden das Gemeindereferendum. Am 24. September nahmen die Stimmberechtigten des Kantons Zürich die Gesetzesänderung hingegen an. Ab 2018 ist damit die langjährige Praxis der gemeinsamen Finanzierung von Kinder- und Jugendheimplatzierungen durch Kanton, Gemeinden und Eltern gesetzlich verankert.

Weitere Legislaturziele

Einen vollständigen Überblick über den Stand der weiteren Legislaturziele des Regierungsrates in diesem Politikbereich entnehmen Sie dem PDF im Download-Bereich.