Schwerpunkte des Regierungsrates 2018 (Teil 1)

Lernende des Kantons ZH besuchen das Steueramt und formulieren ihre Ziele zum Lehrabschluss am 24. August 2018 in Zuerich.
Foto: Alessandro Della Bella

Vernetzte Terrorismusbekämpfung

Unverändert stellt der dschihadistisch motivierte Terrorismus, der Urheber von Anschlägen in verschiedenen europäischen Ländern ist, auch für die Schweiz eine Bedrohung dar. Die Kantonspolizei hat unter der Bezeichnung «SOKO MASTER» eine ständige Einrichtung ins Leben gerufen, an der alle mit der Terrorismusbekämpfung befassten Stellen des Kantons beteiligt sind. Diese stellt den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren sicher und verbessert deren Vernetzung. Präventive Massnahmen sind von besonderer Bedeutung, weil der Kanton Zürich der bevölkerungsreichste Kanton der Schweiz ist und auf seinem Gebiet regelmässig Grossveranstaltungen stattfinden.

Neue Kantonsschule Uetikon am See

Im August wurde nach über 40 Jahren erstmals wieder eine neue Kantonsschule im Kanton Zürich eröffnet: Knapp 100 Schülerinnen und Schüler haben an der neuen Kantonsschule in Uetikon am See ihre Mittelschulzeit begonnen. Die neue Schule umfasst ein Lang- und Kurzgymnasium und bietet das altsprachliche, neusprachliche, mathematisch-naturwissenschaftliche sowie wirtschaftlich-rechtliche Maturitätsprofil an. Der Schulstart erfolgte mit je zwei Klassen im Untergymnasium und im Kurzgymnasium. Der Unterricht wird für die nächsten zehn Jahre im Schulhausprovisorium durchgeführt, anschliessend wird der Schulbetrieb im neuen Schulgebäude am See auf dem Areal der ehemaligen Chemie Uetikon stattfinden.

Ausbildungspflicht in der Langzeitpflege

Die Anzahl Ausbildungsabschlüsse in den Gesundheitsberufen konnte in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden. Im Kanton Zürich haben die Institutionen im Bereich der Langzeitpflege, unter anderem mithilfe eines eigenen Lehrbetriebsverbunds, zahlreiche neue Lehrstellen geschaffen, und für die Listenspitäler im Kanton besteht seit 2013 eine Aus- und Weiterbildungspflicht in den nichtuniversitären Gesundheitsberufen. Die Anzahl der Abschlüsse entspricht heute trotzdem noch nicht dem geschätzten jährlichen Nachwuchsbedarf für die Zukunft. Mit der auf den 1. Januar 2019 in Kraft gesetzten Verordnung über die Ausbildungspflicht in der Langzeitpflege (ALV) hat der Regierungsrat deshalb auch die rund 530 Heime und Spitex-Institutionen verpflichtet, so viel Nachwuchs auszubilden, wie sie selber an Personal benötigen. Diese Ausbildungspflicht wird von den Gemeinden und den Branchenverbänden mitgetragen. Es wird damit gerechnet, dass Heime und Spitex 2019 insgesamt rund 1800 Ausbildungsstellen im Bereich Pflege und Betreuung anbieten werden, 2023 sollten es dann bereits über 2600 sein.

Abschluss 4. Teilergänzungen Zürcher S-Bahn und gemeinsame Planung mit den SBB

Mit der dritten Etappe der vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn wurde 2018 der grösste Ausbau in der Geschichte des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) abgeschlossen. Im Fokus standen der Raum Winterthur und die Verbindung zwischen Winterthur und Zürich via Zürich Stadelhofen. Auch die neue Linienführung der S3 von Zürich nach Bülach konnte dank eines positiven Gerichtsentscheids planmässig im Halbstundentakt eingeführt werden. Der endgültige Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts steht noch aus. Weitere umfangreiche Fahrplanverbesserungen sind erst im Zeitraum 2035 möglich, wenn der Brüttener Tunnel und das vierte Gleis im Bahnhof Stadelhofen gebaut sind. Beide Projekte sind in der vom Bundesrat im Herbst 2018 verabschiedeten Vorlage zum Ausbauschritt 2035 der Eisenbahninfrastruktur enthalten. 2018 lancierte der ZVV zudem das Check-in-Ticket in seiner Ticket-App im Rahmen eines nationalen Markttests. Daneben wurde ein neuer Webshop geschaffen und seit Herbst 2018 werden die ZVV-Verbund-Abos digital auf dem SwissPass ausgegeben. Mit den SBB unterzeichnete der Kanton Zürich 2018 die Gesamtperspektive zur Bahnzukunft im Raum Zürich. Die SBB und der Kanton Zürich haben fünf Fokusthemen festgelegt, in denen sie die Planung der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zusammen mit den zuständigen Gemeinden prioritär angehen wollen.