«Zürich ist attraktiv für die digitale Branche.»

Vizepräsidentin Carmen Walker Späh
Vizepräsidentin Carmen Walker Späh, Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion.

Was war Ihr persönliches «Highlight» in der vergangenen Legislatur?
Mein persönliches Highlight war die Reise mit dem Sechseläuten-Bögg nach Hongkong: Im Herbst 2017 präsentierte sich der Kanton Zürich im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Zürich meets…» in Hongkong. Die Reise beeindruckte mich insbesondere auch deswegen, weil auf einer ungefähren Fläche in der Grösse meines Geburtskantons Uri fast so viele Einwohnerinnen und Einwohner leben wie in der ganzen Schweiz. Nämlich rund 7,5 Millionen Menschen. Der Begriff «Dichtestress» bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz neue Dimension.

In rund 80 Veranstaltungen und Ausstellungen konnte sich der Kanton Zürich in seiner Vielfalt dem asiatischen Publikum präsentieren. Und mögen die klimatischen Kontraste, die kulturellen Unterschiede und die Grösse noch so unterschiedlich sein, gibt es zwischen Hongkong und Zürich doch einige Gemeinsamkeiten: Beide Städte sind international renommierte Finanzplätze und verfügen über ein vielfältiges kulturelles und gastronomisches Angebot. Beide Standorte beherbergen zudem Hochschulen und Forschungszentren von Weltrang.

Welche Geschäfte oder Vorhaben in den vergangenen vier Jahren haben für Ihre Direktion besondere Bedeutung?
Wir haben viele wichtige Verkehrsprojekte auf Schiene und Strasse vorwärtsgebracht. Dazu zählt auch eine Lösung am Stadtzürcher Rosengarten. Für die seit Jahrzehnten stark befahrene Rosengartenstrasse hat der Kantonsrat im Frühling 2019 ein Spezialgesetz erlassen. Kernstück des Gesamtverkehrsprojekts ist ein Tunnel für den motorisierten Individualverkehr. Dank diesem entsteht auf der Strasse Platz für eine neue Tramtangente sowie für Velo- und Fussverkehr. Die lärmgeplagte Bevölkerung wird von Emissionen entlastet und die Verkehrserschliessung von Zürich Nord und Zürich West bleibt auch in Zukunft gewährleistet.

Ein weiteres Highlight unserer Direktion ist das Projekt Innovationspark Zürich auf dem Flugplatz in Dübendorf. Der Innovationspark leistet einen wichtigen Beitrag an die zukünftige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschafts- und Forschungsplatzes. Im Frühling 2018 fand der Spatenstich für den Informationspavillon im Beisein von Bundesrat Johann Schneider-Ammann statt. Im November 2018 beantragte der Regierungsrat dem Kantonsrat einen Verpflichtungskredit von gut 200 Millionen Franken für die Baurechte des Bundes, die Finanzierung der Erschliessung des Parks und für die Unterstützung der Stiftung Innovationspark. Die Ausgaben verteilen sich über mehrere Jahre, der überwiegende Teil wird in Form von Darlehen oder Vorfinanzierungen geleistet. Den Kantonsratsbeschluss erwarten wir im Verlauf von 2019/2020.

Welche wichtigen Weichenstellungen für den Kanton Zürich hat der Regierungsrat in den vergangenen vier Jahren in Ihren Augen vorgenommen?
Der Kanton Zürich macht sich fit für die Digitalisierung! In diesem Sinne hat der Regierungsrat eine Digitalisierungsstrategie beschlossen. Wenn wir den Anschluss nicht verpassen wollen, müssen wir unseren Wirtschaftsstandort für Organisationen, die im digitalen Bereich tätig sind, öffnen. Daher hat es mich sehr gefreut, als sich im Frühling 2018 der Trust Square an der Zürcher Bahnhofstrasse niederliess – bereits wenige Monate später wurde er zum grössten Blockchain-Hub der Welt. Dies zeigt: Zürich ist attraktiv für die digitale Branche. Diese Attraktivität gilt es aufrechtzuhalten und weiter zu verbessern. Ich stelle zudem fest, dass zahlreiche Unternehmen die Digitalisierung vorantreiben.