«Wir handeln im Interesse der Patientinnen und Patienten»

Regierungsrat Thomas Heiniger
Vizepräsident Thomas Heinger, Vorsteher der Gesundheitsdirektion.

Auf den Abschluss welches Vorhabens im Berichtsjahr sind Sie besonders stolz?
«Eine Nummer für alle» ‒ auf diese einfache Formel lässt sich die Neuorganisation der Notfalldienstorganisation im Kanton Zürich bringen. Für alle Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons ist seit dem 1. Januar 2018 über die Gratistelefonnummer 0800 33 66 55 der Service «AERZTEFON» erreichbar: Die ärztlich geleitete Triagestelle vermittelt rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr bei einem nicht lebensbedrohlichen medizinischen Notfall ärztliche, zahnärztliche und pharmazeutische Dienstleister. Mit dem neuen Organisationsmodell, zu dem der Kantonsrat Ende des Berichtsjahres grünes Licht gegeben hat, stellen die Standesorganisationen, Gemeinden und der Kanton gemeinsam sicher, dass die Zürcherinnen und Zürcher auch in Zukunft auf die richtige medizinische Hilfe zählen können ‒ auch ausserhalb von Praxisöffnungszeiten und überall gleichermassen. So wird die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung weiter gezielt optimiert ‒ und der Spitalnotfall mit seiner teuren Infrastruktur entlastet.

Was sind die wichtigsten Weichen für die kommenden Jahre, die Sie im Berichtsjahr gestellt haben?
Im Interesse der Patientinnen und Patienten und der Steuer- und Prämienzahlerinnen und -zahler handeln: Mit dieser Prämisse hat der Kanton Zürich die Grundlagen für die Umsetzung des Projekts «ambulant statt stationär» geschaffen. Denn: Mit der gezielten Förderung von Behandlungen, die sich aus medizinischer Sicht ohne Nachteile ambulant statt stationär durchführen lassen, wird sowohl dem Patientenbedürfnis Rechnung getragen und ein unnötiger stationärer Spitalaufenthalt vermieden als auch der Forderung, die Gesundheitskosten zu senken. Die Gesundheitsdirektion hat die Behandlungsliste mit allen anderen Kantonen koordiniert. Damit ist auch ein wichtiger Schritt für eine bundesweite Lösung getan. Dass im Schweizer Gesundheitswesen Massnahmen zur Kostendämpfung nötig sind, ist unbestritten. Mit «ambulant statt stationär» hat der Kanton eine ganz konkrete Massnahme, die einfach umsetzbar ist und sofort Wirkung entfaltet, auf den Weg gebracht.

Welche Begegnung wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?
Eine Veranstaltung im Kreis von Gehörlosen und Hörgeschädigten. Dabei ist mitten im Grusswort, das ich halten durfte, die Mikrofonanlage ausgefallen. Die Folge dieser Panne war, dass die Hörenden im Publikum von meiner Rede ab diesem Moment nichts mehr mitbekamen, während die Hörbehinderten dank der Gebärdensprachdolmetscherin weiterhin alles verstanden, was ich sagte. Der kleine technische Zwischenfall hat mir ‒ sozusagen ‒ die Augen geöffnet. Dafür, was es ganz konkret bedeutet, im Alltag an Barrieren zu stossen. Und wie schnell wir alle damit konfrontiert sein können. Aber auch, wie sie überwunden werden können.