«Der Staatshaushalt steht wieder besser da»

Regierungsrat Ernst Stocker
Ernst Stocker, Vorsteher der Finanzdirektion.

Auf den Abschluss welches Vorhabens im Berichtsjahr sind Sie besonders stolz?
Die finanzielle Grosswetterlage hat sich im letzten Jahr deutlich aufgehellt und der Staatshaushalt steht heute wieder besser da. Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen hat der Regierungsrat praktisch alle Massnahmen der Leistungsüberprüfung umgesetzt, die er sich selber auferlegt hat, der Kantonsrat teilweise. Zum anderen profitieren wir von der erfreulich robusten und dynamischen Entwicklung der Wirtschaft, die nun auch davon profitiert, dass sich die Wechselkurse wieder auf ein realistischeres Niveau hinbewegen. Das alles hat es uns ermöglicht, dass wir auch für 2018 wieder einen Budgetentwurf ohne rote Zahlen und ohne Steuererhöhung vorlegen konnten. Das ist nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis von vereinten Anstrengungen.

Was sind die wichtigsten Weichen für die kommenden Jahre, die Sie im Berichtsjahr gestellt haben?
Nach dem Nein der Stimmberechtigten zur Unternehmenssteuerreform III war es wichtig, möglichst rasch einen neuen Vorschlag präsentieren zu können, auch auf der Ebene des Kantons. Nach intensiven und zahlreichen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Städte und Gemeinden sowie der Wirtschaft und anderer Kantone ist uns gelungen, womit viele Beobachter nicht gerechnet haben: nämlich dem Regierungsrat einen Kompromiss mit den Gemeinden und Städten unterbreiten zu können, der breit abgestützt ist und der eine gute Grundlage für eine Umsetzung der Steuervorlage 17 auf kantonaler Ebene darstellt.

Welche Begegnung wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?
Es ist nicht eine einzelne Begegnung, sondern eine Vielzahl – mit Thomas Jordan, dem Chef der Schweizerischen Nationalbank, deren Bankrat ich angehöre. Mich hat seine kompetente und natürliche Art immer wieder beeindruckt. Besonders grosse Anerkennung zolle ich ihm, wie er dem enormen Druck standgehalten hat, der auf ihn zukam, als die SNB den Euromindestkurs aufgab. Wer einen solchen Entscheid durchziehen kann, braucht enorme Kräfte, denn es lastet von Anfang an der Vorwurf auf ihm, er schädige die Schweizer Volkswirtschaft oder führe sie mit der Massnahme gar ins Verderben. Die Entwicklung seither hat ihm Recht gegeben: Der Franken ist heute wieder realistischer bewertet und auch die Exportwirtschaft hat die Schwierigkeiten erstaunlich gut bewältigt.